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Karlowski: Ausrichtung auf Weltmarkt ist keine Lösung für die Milchkrise

Der Agrarausschuss des Landtags M-V hat sich heute mit Vertretern des Bauernverbandes M-V, des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) beraten. Thema waren unter anderem Ursachen und Lösungsansätze für die aktuellen Krisen in der Landwirtschaft, zum Beispiel in der Milch- und der Fleischproduktion. Die agrarpolitische Sprecherin der bündnisgrünen Fraktion im Landtag M-V, Dr. Ursula Karlowski, kommentiert die heutige Beratung:

„Zentrales Ergebnis des Gesprächs war für mich: Eine Weltmarktorientierung der landwirtschaftlichen Produktion in M-V, so wie sie der Bauernverband befürwortet, ist kein geeigneter Weg, um hierzulande die Landwirtschaft zu stärken. Sie führt eher in einen ruinösen Wettbewerb, bei dem nur die großen Betriebe mit Massenproduktion überleben. Dies wurde heute auch von den Vertretern des BDM und der AbL eindeutig bestätigt.

Eine praktikable Möglichkeit, um zumindest den Milchmarkt zu entlasten und den Milchpreis wieder zu erhöhen, ist aus meiner Sicht die freiwillige und durch die Molkereien vergütete Mengenreduzierung, so wie sie vom schweizerischen Milchkonzern Emmi oder der niederländischen Molkerei Friesland-Campina bereits praktiziert wird. Langfristig braucht es jedoch eine Abkehr von der Wachstumsideologie bei der Milchproduktion. Diese hatte zur Folge, dass aus der Kuh, die als Weidegänger eigentlich ein Grasfresser ist, eine hochgezüchtete ‚Produktionsanlage‘ wurde, die auf Getreide und importiertes Soja als Futter angewiesen ist. Die Lösung liegt in einer Rückkehr zu einer tiergerechten Kuhhaltung mit Weidegang und kleineren Beständen, die sich auf die Versorgung regionaler Märkte im Rahmen des europäischen Binnenmarktes konzentriert.“

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