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Aktionen

Unsere Aktivitäten der letzten Monate finden Sie hier: http://www.massentierhaltung-mv.de/category/aktionen/

Nachfolgend finden Sie Berichte älterer Aktivitäten:

Am 17. Januar 2015 haben mit uns 50.000 engagierten Teilnehmer_innen (darunter auch viele aus MV) in Berlin gegen Massentierhaltung, Agro-Gentechnik und TTIP demonstriert. Ein neuer Rekord, der zeigt, wir sind viele und wir wollen eine Agrar- und Ernährungswende JETZT! Danke an alle, die mit dabei waren! Einen Bericht und viele Fotos finden Sie hier.


 

Am 20. September 2014 fand landesweit die 7. Bio-Landpartie statt, bei der insgesamt 51 Bio-Betriebe in Zusammenarbeit mit dem BUND ihre Höfe für Besucher öffneten. Jutta Gerkan, tierschutzpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN besichtigte an diesem Tag den Betrieb von Karsten Dudziak in Sophienhof bei Neustrelitz. Hierbei handelt es sich um einen Betrieb mit Freiland-Aufzucht und artgerechter Haltung. Auf mehr als 100 Freilandparzellen können die Sauen ihre Ferkel werfen und in den ersten Wochen säugen. Die Parzellen sind rund 25 Quadratmeter groß und verfügen über einen Unterstand der Schutz vor Wetter und Kälte bietet. Hier können sich die Tiere frei bewegen und im Schlamm suhlen, statt wochenlang in einem so genannten Kastenstand eingepfercht zu sein, der kaum eine Bewegung zulässt. Nach Auskunft von Karsten Dudziak kommt es hierbei nicht zu höheren Verlusten durch Erdrücken der Ferkel als in der Hatung im Kastenstand. Nach rund sechs Wochen werden die Ferkel von der Mutter getrennt und kommen in Gruppen von maximal 50 Tieren in eine rund 50 Quadratmeter große, überdachte Bucht. Im Gegensatz zur Intensivtierhaltung gibt es hier nicht nur wesentlich mehr Platz für die Tiere, sondern sie verfügen über Stroheinstreu und werden nicht auf Spaltenböden gehalten. Dies ermöglicht den Ferkeln ihrem natürlichen Verhalten, wie wühlen und spielen im Stroh nachzukommen. Dadurch ist es auch nicht erforderlich den Tieren die Schwänze zu kupieren oder Zähne zu schleifen. Sobald die Tiere ein Gewicht von ca. 50kg erreicht haben, werden Sie zur Schlachtung verkauft. Diese erfolgt derzeit zum einen in Teterow in Mecklenburg-Vorpommern sowie zum anderen in der Fleischmanufaktur in Velten bei Berlin. Das Fleisch gelangt unter anderem unter der Bezeichnung „Havelländer Apfelschwein“ in die Bioläden nach Neubrandenburg und Neustrelitz sowie in Berliner Bio-Märkte, aber auch an die Berliner Bio-Ketten wie LPG und Bio Company und die bekannte Currywurstkette „Curry 36“.

„Wir müssen die Säue nicht wochenlang einpferchen. Es gibt in der Freilandhaltung keine höheren Ferkelverluste als sonst.“
– Karsten Dudziak

Zur Eröffnung der landesweit größten Agrarmesse „MELA“ am 11. September in Mühlengeez bei Güstrow riefen der Deutsche Tierschutzbund und zahlreiche Bürgerinitiativen zum Protest auf. Denn auf der Messe werden den Besuchern regelmäßig Tiere in artgerechter Haltung präsentiert, die der Realität in der Intensivtierhaltung keinesfalls entspricht. Mehr als 100 engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter der Tierschutzverbännde, der AbL, des BUND und von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN waren gekommen, um ihrem Unmut über diese Zustände Gehör zu verschaffen und die Besucherinnen und Besucher der MELA über die Misstände n der Intensivtierhaltung zu informieren. Neben Redebeiträgen von Kerstin Lenz (Tierschutzbund), Corinna Cwielag (BUND) und von Vertretern der BIs hielt auch Jutta Gerkan, tierschutzpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einen Redebeitrag, der sich um den so genannten Ferkelerlass drehte.

Nach den brutalen Ferkeltötungen (ARD-Magazin „Report Mainz“ vom 10.12.2013 und 14.07.2014) bringt der aktuelle Ferkelerlass vom 19. August 2014 keine Besserung für die Tiere. Bündnis 90/Die Grünen fordern, dass er entsprechend dem Tierschutzgesetz überarbeitet wird. Während im Hintergrund auf einer Videowand die Szenen von den Ferkeltötungen gezeigt wurden, welches Ausmaß an Tierleid Realität in deutschen Ställen ist, forderte Jutta Gerkan, dass die Tiere vor der Tötung zumindest wirksam betäubt werden, anstatt sie einfach zu erschlagen. Dies könne nur durch entsprechende Klarstellung im Ferkelerlass sichergestellt werden. Zusätzlich müssten die Kontrollen der Betriebe verschärft werden, anstatt weiter auf Selbstkontrolle zu setzen. Auch die Hochleistungszucht, bei der die Würfe immer größer werden, so dass die Ferkel nicht ausreichend gesäugt werden können, führe zu mehr Tierleid unter der Prämisse eines vermeintlich höheren Profites. Am Rande der Demonstration tauchten auch Landwirtschaftsminister Till Backhaus und Ministerpräsident Erwin Sellering auf. Im Gespräch mit den Demonstranten machten sie jedoch klar, dass sie bei ihrer Linie bleiben und es mit dieser Regierung keine Überarbeitung des Ferkelerlasses geben werde.

„“Wir müssen endlich den Trend in der Landwirtschaft stoppen, der dahin geht, Tiere als bloße Ware und empfindungslose Gegenstände zu behandeln.“ – Jutta Gerkan

Am 18. Juni fand in Güstrow unsere Fachtagung „Grüner Land in Sicht“ statt, zu der wir Experten aus Landwirtschaft und Tierhaltung, aber auch Vertreter_innen der Bürgerinitiativen eingeladen hatten. In mehreren Panels mit Podien und Arbeitsgruppen versuchten wir unter anderem zu erörten, was eine artgerechte Tierhaltung ausmache, wie der Anteil der ökologischen Landwirtschaft weiter erhöht werden können und welche Fehler aus der zeit der Privatisierungen ehemaliger LPGs noch aufgearbeitet werden müssen.


 

Am 17. März trafen sich die ostdeutschen Landtagsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Schwerin, um gemeinsam über das Problem Massentierhaltung zu beraten. Eine durchgreifende Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Nutztierhaltung auf Länder-, Bund- und EU-Ebene ist dringend gefordert.

Dazu haben die Landtagsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in den Landesparlamenten der neuen Bundesländer und die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Berliner Abgeordnetenhaus ein gemeinsames Positionspapier erarbeitet. Das Papier stellten die Fraktionsvorsitzenden auf ihrem Treffen in Schwerin vor.

Dazu Jürgen Suhr, Fraktionsvorsitzender der grünen Fraktion Mecklenburg-Vorpommern:

„Es ist allerhöchste Zeit, dass die zunehmende Freisetzung von multiresistenten Erregern aus Tierhaltungsanlagen wirksam gestoppt wird. Die Landesregierungen können von den Menschen kein Verständnis dafür erwarten, wenn sie neben der ohnehin starken Belastung durch die Massentierhaltung mit Gülle, Schwerlastverkehr, Gestank auch noch erhöhte Erkrankungsrisiken tragen sollen.“

Industrielle Tierhaltung ist eine der wesentlichen Gründe dafür, dass die ländlichen Räume in vielen Regionen nicht mehr als attraktiver Lebensraum wahrgenommen wird. Dies hat sowohl Konsequenzen für die strukturelle Entwicklung des ländlichen Raums als auch für die touristischen Potenziale in den betroffenen Regionen. Die Umweltbelastungen sind erheblich, so wird beispielsweise das Limit für die Freisetzung von Ammoniak regelmäßig überschritten. Durch den starken Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung entstehen zunehmend Antibiotikaresistente Keime mit gravierenden Auswirkungen für die menschliche Gesundheit.

Des Weiteren sehen die Fraktionen die laufenden Verhandlungen zur Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) sehr skeptisch. Die Folgen des Abkommen wären, dass die industrielle Landwirtschaft mit all ihren schädlichen Folgen noch stärker gefördert und die regional orientierte handwerkliche Lebensmittelerzeugung geschwächt wird. Dies geht zulasten einer menschen-, tier- und umweltgerechten Nutztierhaltung in Deutschland. Auch deshalb dringen die Fraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf umfassende Transparenz bei den Verhandlungen. Die Akzeptanz hoher Qualitätsstandards beim Umwelt- und Verbraucherschutz ist nicht verhandelbar.

Antrag:
Für eine tierschutzgerechte, umweltschonende und flächengebundene Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern


Am 3. Februar fand in Alt Tellin vor der dortigen Ferkelaufzuchtanlage die letzte „Montagsinspektion“ statt, zu der die Bürgerinitiativen geladen hatten. Auch Jutta Gerkan und Mitglieder der Kreisverbände Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald nahmen teil.

Wohl kaum einer hätte bei der Premiere am 22. Dezember 2010 gedacht, dass die BI „Rettet das Landleben am Tollensetal“ ihre Montagsinspektion vor der Baustelle für Europas größte Ferkelfabrik länger als ein paar Monate durchhält. Doch deren Mitstreiter bewiesen Biss und Widerstandskraft nicht nur gegen Investor und Behörden, sondern auch gegen das Wetter: Ob Dunkelheit, knallende Sonne, Dauerregen, heftiger Wind oder beißender Frost – stets fand sich einmal pro Woche von 17 Uhr bis 17.30 Uhr ein Häuflein von mindestens einem Dutzend Leuten, die die Fahnen gegen Agrarindustrialisierung hochhielten, oft viel mehr und manchmal sogar zwischen 50 und 80.

„In diesen drei Jahren haben wir die Möglichkeiten dieser Aktionsform weitgehend ausgeschöpft“, begründete BI-Sprecher Jörg Kröger aus Wietzow die Entscheidung. „Wir werden unsere Aktivitäten deshalb zukünftig vermehrt auf andere Formen der Öffentlichkeitsarbeit verlagern.“ So sollen vermehrt Flugblätter und Informationsveranstaltungen über die von der Anlage ausgehenden Gefahren aufklären und für eine andere Agrarpolitik werben. Denn ihren Kampf gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft und die Scheinheiligkeit der Politik in dieser Frage werde die BI wie bisher weiterführen. Sprich, das Ende der Montagsinspektionen sollte niemand als Kapitulation verstehen, im Gegenteil.

„Dass wir diesen Kraftakt so lange durchgehalten haben, lag an der großen Unterstützung, die diese Aktion aus der Umgebung bekommen hat“, unterstreicht Kröger, der fast bei jeder Zusammenkunft anwesend war und häufig die neuesten Nachrichten zum Thema Ferkelfabik und Agrarindustrie überbrachte. Gerade in der Anfangszeit nahmen er und seine Mitstreiter das Wort Inspektion aus gutem Grund sehr wörtlich: In der Bauphase stellten sie immer wieder Verstöße des Investors gegen Gesetze und Auflagen fest und zeigten sie an, mehrfach waren behördliche Überprüfungen und auch Bußgelder die Folge. Mitunter entstand der Eindruck, dass der Bauherr ohne die BI freie Hand gehabt hätte.

Überdies gelang es den Aktivisten, immer wieder die mediale Aufmerksamkeit auf Alt Tellin zu richten – bundesweit und sogar über die deutschen Grenzen hinaus. Hinzu kamen zahlreiche Besuche von prominenten Politikern oder Verbandsvertretern, zuletzt vom Vorsitzenden des Deutschen Tierschutzbundes sowie des Geschäftsführers des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Sie alle zeigten sich beeindruckt vom Durchhaltewillen und den Erfolgen der Vorpommern bei ihrem Widerstand gegen die Ferkelfabrik und ihre Auswirkungen. „Aber natürlich werden wir auch in Zukunft immer wieder mit dann größeren Aktionen an der Anlage auftauchen“, kündigt Jörg Kröger an.

Quelle: http://www.nordkurier.de/anklam/der-protest-geht-weiter-aber-anders-274643901.html


 

Mit vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern haben wir uns am 18. Januar 2014 an der Demonstration „Wir haben es satt“ in Berlin beteiligt. Hierbei ging es um das große Thema „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ und die Abkehr von Agrarindustrie und Massentierhaltung. Angeführt von hunderten Bäuerinnen und Bauern und 70 Traktoren und begleitet von strahlendem Sonnenschein zogen am 18. Januar 2014 über 30.000 Menschen vor das Kanzleramt in Berlin. Die DemonstrantInnen forderten von Bundeskanzlerin Merkel und Vizekanzler Gabriel einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Statt weiterhin Klientelpolitik für die Agrarindustrie zu betreiben, solle sich die Bundesregierung für eine soziale, tiergerechte und ökologische Agrarwende einsetzen.

Weitere Informationen: http://www.wir-haben-es-satt.de/

Anschließend lud unsere Bundestagsfraktion zu einer Konferenz ins Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Unter dem Titel „ALLES GEGESSEN? – Grüne Agrarwende oder Freihandel für die Agroindustrie“ diskutierten Renate Künast, Friedrich Ostendorff, Nicole Maisch, Markus Tressel, Bärbel Höhn und andere Bundestagsabgeordnete mit vielen Expert_innen und Gästen kontrovers Themen wie artgerechte Tierhaltung, transatlantisches Freihandelsabkommen, Agrogentechnik und Entwicklung ländlicher Räume.


 

Am 21.11.13 fand das von Jutta Gerkan und der bündnisgrünen Landtagsfraktion organisierte und sehr gut besuchte Fachgespräch “Tiergerechte Nutztierhaltung” statt.

Es diskutierten auf dem Podium mit dem Publikum: Prof. Dr. Siegfried Ueberschär, (Tierpathologe, Wedemark), Prof. Dr. G. Manteuffel (Leibnitz-Institut für Nutztierbiologie, Dummerstorf), Carmen Dahms (Inst. für Hygiene und Umweltmedizin, Uni Greifswald), Friedrich Ostendorff (MdB, Agrarpolitischer Sprecher B`90/Grüne), was sich auf dem Weg zu einer artgerechteren Haltung ändern muss. Themen an diesem Abend waren unter anderem die aus den Antibiotikagaben resultierenden multiresistenten Keime, ebenso das immer noch praktizierte Kupieren von Tieren und der für die Tiere notwendige Platzbedarf für artgerechtes Verhalten. Im Anschluss gab es Gelegenheit für Fragen und Diskussion mit dem Publikum.


 

Im August 2013 organisierten wir eine öffentliche zweitägige Fahrradtour zu Biobetrieben der Müritz-Region, die in den Bereichen Produktion (z.B. Biohöfe und Tierhaltungsbetriebe), Verarbeitung (z.B. Fleischerei oder Gastronomie) und Vertrieb (z.B. Hofläden oder auch Großhandel) tätig sind.
So waren wir unter anderem bei einem Bio-Rinderzüchter (Angermann in Groß Gievitz), einem Biohof mit Gastronomie und Pension (Sabines Bauernhof in der Nähe von Schloen), einer Ziegenkäserei mit Hofladen und Café (Ziegengut Kraase), einem Bio-Milchviehbetrieb (Großmanns in Grabenitz), einem Bio-Schweinezüchter mit Freilandhaltung (Solf in der Nähe von Bollewick) und schließlich in der Thönes Natur Fleischerei in Bollewick, wo Biofleisch aus der Region verarbeitet wird und zum einen an den Großhandel, aber auch über einen Hofladen an Verbraucher_innen verkauft wird.

So konnten wir die vielfältigen Ansprüche kennenlernen, die die Erzeuger_innen an sich und ihre Produkte, aber auch an die Politik und an die Verbraucher_innen stellen. Wir konnten aber auch erfahren, welche ganz praktischen Probleme aus Sicht der Erzeuger_innen existieren und was für mehr Wachstum im Biobereich notwendig wäre. Dies soll in die Arbeit an einem Standpunkt-Papier der Landtagsfraktion zur ökologischen Landwirtschaft und artgerechter Tierhaltung einfließen. Wir haben aber auch die frische Luft und die vielfältigen und spannenden Eindrücke auf der Tour genossen und haben an den zwei Tagen insgesamt 120 Kilometer mit dem Rad zurückgelegt.